Lesungen und mehr im Albert-König-Museum

 

„Schwampf“
Geschichten zum Lachen mit Michael Trischan

im Albert-König-Museum am 17. September 2011 um 19 Uhr

Mit seinem humoristischen Programm „S C H W A M P F“ gastierte der Schauspieler Michael Trischan, einem breiten Publikum bekannt als Pfleger Hans Peter Brenner aus der TV-Serie „In aller Freundschaft“ in unserem Museum.

Musikalisch begleitet wurde er am Klavier von seinem Sohn Attila. Zusammen mit seinem Sohn gestaltete Michael Trischan eine humoristisch musikalische Literaturrevue von Goethe über Ringelnatz, Kästner, Tucholsky, Otto Schenk, Loriot u.v.a. Der Querschnitt zeigt, was alles Humor sein kann, streift die Komik und die Satire und liebäugelt auch mit dem Kalauer, der deftig bis derb sein kann. Gezeigt wurden Situationen und Befindlichkeiten, die man kennt, die aber nur für den Außenstehenden komisch sind: nervende Nachbarn, bornierte Kleingeister, missgünstige Freunde.

Michael Trischan wurde im hessischen Friedberg geboren, absolvierte nach einer Krankenpflegerausbildung in Hanau ein Schauspielstudium in München und Stuttgart. In seiner über 25-jährigen Karriere wirkte er in über 130 Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter „TATORT“, „Bella Block“, „Adelheid und ihre Mörder“, „Im Schatten der Macht“, in Serien wie „Die Stadtindianer“, Sprechstunde bei Dr. Frankenstein“, „Da kommt Kalle“ und bereits seit vier Jahren in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“, der erfolgreichsten Serie seit Quotenaufzeichnung. Aufsehen erregte auch der preisgekrönte Zweiteiler „Alphamann“. Darin verkörperte er einen Kriminalkommissar jüdischen Glaubens.

Attila Trischan wurde im niedersächsischen Soltau geboren und besucht zur Zeit die 11.Klasse der „Thomasschule zu Leipzig“. Seine Klavierausbildung begann bereits im Alter von 6 Jahren bei Prof. Marcus Kretzer in Celle, gewann 1. und 2. Preise bei „Jugend musiziert“ und nahm am bekannten „Steinway-Wettbewerb“ in Hamburg teil. Seit der Spielzeit 2010/2011 hat er neben der Schule ein Engagement am „Theater der jungen Welt“ in Leipzig. Mit dem Theaterstück „Kinder des Holocaust“ gastierte er bereits in Heidelberg, Krakau, Münster, München und Tel Aviv.

 


  

Ödel sei der Mönsch, hilfreich und gut...

Hellmuth Karasek in Unterlüß

 

„Was habe ich mich über den älteren Herren geärgert, neulich beim Bäcker. Wie er umständlich in Taschen und im Portemonnaie nach den Cents fingerte, die er immer noch Pfennige nannte...“. Wer kennt diese Szene nicht? Der Journalist und Schriftsteller Hellmuth Karasek hat zig solcher persönlichen Erlebnisse aufgeschrieben, in einem Buch zusammengefasst und Auszüge daraus dem Unterlüßer Publikum am 30. September im Albert-König-Museum vorgelesen.

 

Die dargereichten Kapitel des Buches „Süßer Vogel Jugend“ *) sorgten für Schmunzeln und viele Lacher in der mit rund 200 Gästen voll besetzten großen Ausstellungshalle. Die einen lachten vielleicht, weil sie sich ertappt fühlten, so als hätte Karasek gerade einen unmöglichen, gar peinlichen Augenblick aus dem Leben von einem selbst wiedergegeben. Wie zum Beispiel das Ärgernis, den Namen eines Bekannten oder den eines Film-Stars nicht mehr zu kennen und wie es einen verrückt macht, wenn er einem partout nicht einfallen will. Oder wie man sich lächerlich zu machen droht, wenn man die einfachsten Bewegungen nicht mehr vollziehen kann - zum Beispiel das spontane Schnürsenkelzubinden - ohne dass einem das Blut in den Kopf schießt und ohne dass man dabei das Gleichgewicht verliert.

 

Die anderen (vermutlich die etwas Jüngeren) lachten, weil allein die Art und Weise, wie Karasek die Situationen schilderte und dabei die Pointen seiner Geschichten gekonnt zuspitzte, sie schlichtweg erheiterte. Selbst für so manchen Kalauer war sich der 73-jährige nicht zu schade: „Wie war doch gleich sein Name? Irgendwas mit Ö. Wie Goethe! Ödel sei der Mönsch! Mein Gött!“

 

Nach gut einer Stunde dankte das Publikum dem gut gelaunten Literaten, dem man seinen  Berufsbezeichnungen (Autor, Kritiker, Journalist, Herausgeber, Dramaturg, Professor, Fernsehpromi usw.) ruhigen Gewissens eine weitere hinzufügen darf, nämlich Unterhaltungskünstler, mit kräftigem Applaus. Karasek nahm sich im Anschluss ausgiebig Zeit, Bücher und Hörbuch-CDs zu signieren und noch die eine oder andere Anekdote zum Besten zu geben.

 

Die Lesung bildete einen Veranstaltungshöhepunkt mit 20. Jahr des Bestehens des Unterlüßer Albert-König-Museums und des ihn tragenden Freundes- und Förderkreises. Der Applaus galt auch den vielen Helfern rund um die beiden Vorsitzenden Detlef Alps und Anneliese Staiger, die diesen Abend möglich gemacht haben.

 *) Hellmuth Karasek, Süßer Vogel Jugend oder der Abend wirft längere Schatten, Verlag Hoffmann und Campe, 18,95 €

 


Hellmuth Karasek ist vor allem durch seine Präsenz in den Medien bekannt. Der Schriftsteller und Kritiker war von 1989 bis 2001 neben Marcel Reich-Ranicki als Mitglied des „Literarischen Quartetts“ regelmäßig im ZDF zu sehen. Seit 2001 ist er einer der fünf prominenten Ratefüchse in der „5-Millionen-SKL-Show“ bei RTL. Seine journalistische Laufbahn begann er 1960 als Redakteur bei der „Stuttgarter Zeitung“. 1968 wechselte er als Theaterkritiker und Feuilletonredakteur zur Wochenzeitung „DIE ZEIT“. 1974 bis 1991 arbeitete Karasek als Kulturchef beim „SPIEGEL“. Bis 2004 war er Mitherausgeber des Berliner „Tagesspiegels“ und schreibt seitdem für die „Welt“ und andere Publikationen des Springer-Verlages. Neben zahlreichen Büchern veröffentlichte er auch Theaterstücke. Darüber hinaus hat er seit 1992 eine Honorarprofessur am theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg.

(Bericht in der Celleschen Zeitung vom 2.10.2007)



 

Gedankenstrandgut und stimmungsvolle Illustrationen

„Mit 54 lebt man dazwischen. Man lebt nicht kraftvoll jung, man lebt aber auch nicht altersergeben und hingesunken...“ Gedanken wie diese durchströmen das Buch „Winterleben“, das kürzlich durch den Autor Wilfried Schulz im Albert-König-Museum vorgestellt worden ist.


Wilfried Schulz

Der stellvertretende Fernsehleiter des Norddeutschen Rundfunks hat darin allerlei Nachdenkliches, aber auch ein Füllhorn an Anekdoten und Geistesblitzen zusammen getragen. „Gedankenstrandgut“ nennt er diese Sammlung von Tagebucheinträgen. Es klingt wie eine Unterhaltung mit dem eigenen Ich, wenn er in manchmal philosophische, manchmal auch anrührende Lebensweisheiten verfällt: „Ein Wein wird nicht besser, wenn man ihn aus einem schönen Glas trinkt.“ Dazwischen stellt er sich selbst und dem Leser Fragen wie „Warum hat das Neunauge nur zwei Augen?“ oder „Was hat die Kohlmeise mit Kohl zu tun?“ Originelle jahreszeitliche Rezepte vervollständigen das Buch. „Lodernde Spaghetti“, „Nachtfrost-Frühstück“ oder „Schneesuppe“ bieten dem Feinschmecker den alternativen Genuss.

Genussvoll sind insbesondere die Illustrationen in diesem Buch. Der international anerkannte Norderneyer Künstler Ole West, der auch mit einer umfangreichen Grafik-Sammlung im Albert-König-Museum vertreten ist, hat dem Buch seine ganz persönliche Note gegeben: Der so genannte „Leuchtturm-Maler“ hat mit 60 Bildern die Gedanken des Autors ergänzt oder erläutert und sie im wahrsten Wortsinn untermalt. Manchmal war aber auch zuerst das Bild da, dem Wilfried Schulz dann seine Gedanken hinzugefügt hat. Mit seinem unverwechselbaren Stil hat Ole West stimmungsvolle Impressionen geschaffen und die Gedanken und Stimmungen von Menschen, Tieren und Pflanzen auf die ihm eigene humorvolle Weise in seine Bilder einfließen lassen.


Ole West bei der Signierung seines neuen Buches "Winterleben"

Hinweis: Das 184-seitige Buch „Winterleben“ ist für 28 Euro
im Albert-König-Museum sowie bei der Gemeinde Unterlüß erhältlich. Informationen unter (05827) 81-0.