Aktuelle Kunstausstellung


Dirk Huisken: Werk-Weg-Variationen
Retrospektive zum 100. Geburtstag

seit 20. November 2011

 

Albert-König-Museum zeigt eindrucksvollen Querschnitt durch das Werk von Dirk Huisken

Mit seiner aktuellen Ausstellung „Werk – Weg – Variation“ des Künstlers Dirk Huisken (1911-2007) widmet sich das Albert-König-Museum Unterlüß einem Mann, der sich als Maler weit über Celle hinaus ebenso einen Namen gemacht hat wie als Kunstpädagoge und Philosoph. Die rund 100 ausgestellten Arbeiten aus seinem Werk geben den Blick frei auf den Weg seines Schaffens und auf die zahlreichen Variationen seines künstlerischen Ausdrucks. So erklärt sich der Titel der gleichermaßen faszinierenden wie fesselnden Bilderschau, wie Freerk Huisken (*1941), in Bremen lebender Sohn des Künstlers, in seiner informativ-hintergründigen Einführung bei der Vernissage erläuterte. 

Hier in Öl gemalte expressionistische Landschaften und wuchtige Abstraktionen, dort mal zarte und gegenständliche, mal duftige abstrakte Aquarelle, an anderer Stelle Tuschkreationen und fantasievolle Mischtechniken – die Ausstellungsräume des Museums präsentieren sich so abwechslungsreich und vielfältig wie selten. Dabei ziehen sich die drei Elemente Farbe, Flächenform und Strichkontur als Huiskens charakteristische bildnerische Logik wie ein roter Faden durch die Ausstellung. Allerdings lässt der Künstler diese drei Elemente in seinen Arbeiten mit unterschiedlicher Wirkungsweise frei, wie sein Sohn beispielhaft veranschaulichte, als er zunächst auf die Landschaftsdarstellungen von Harz und Heide, von Watt und Küste mit der typischen farbintensiven Handschrift seines Vaters verwies. Und dann lenkte er den Blick der Vernissagegäste auf die abstrakten Bilder. Da löst sich dann plötzlich die expressionistische Strichkontur bisweilen von ihrem Dienst am Motiv und beginnt ein Eigenleben, in dem sie sich entweder selbst zur Fläche entfaltet oder sich als gemalte Bewegung genügt und zur schlichten Kalligrafie wird. Oder die Farben befreien sich aus den Konturen und gehen – untereinander durchtauchend oder sich pastos überlagernd – buchstäblich ihren eigenen Weg. Mit dem trefflichen Titel „Abenteuer Farbe“ ist ein Teil dieser Arbeiten überschrieben, und das passt zum Resümee von Freerk Huisken: „Mein Vater wollte ergründen, was sich mit den Elementen Farbe, Form und Kontur alles anstellen lässt, wenn man sie frei lässt und es zulässt, dass sie ihre vom Motiv gelösten bildnerischen Möglichkeiten entfalten.“ Das Ergebnis dieses unaufhörlichen Experimentes zeigt die Ausstellung auf eindrucksvolle Weise.

Die Ausstellung ist bis zum 15. April sonnabends und sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr zu sehen.

Rolf-Dieter Diehl

(Text und Fotos)

 

 

Cellesche Zeitung vom 23.11.2011

 


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